Verletzter Wanderer aus steilem Waldgelände geborgen

Am Nachmittag dem 30.12.2025 wurden wir um 16:40 Uhr über die Leitstelle Tirol zu einem verletzten Urlauber alarmiert.
Der Mann befand sich beim Wandern im unwegsamen Gelände zwischen Hahnenkamm und Gehrenalm. Nach telefonischem Kontakt übermittelte der Verunfallte seine Koordinaten. Er gab an, sich am Knie verletzt zu haben, sei laut eigener Aussage jedoch noch gehfähig.

Wir rückten mit 6 Bergrettern zum Einsatz aus. Das Gelände war sehr steil und mit gefrorenem Laub bedeckt. Zudem herrschten Minusgrade, und während der Bergung setzte leichter Schneefall ein, was den Zustieg zum Patienten zu einer äußerst rutschigen Angelegenheit machte. Teilweise war der Einsatz von Steigeisen notwendig. Beim Eintreffen am Patienten stellte sich heraus, dass entgegen seiner Angaben ein Gehen ist diesem Gelände nicht möglich war.
Aufgrund der kalten Temperaturen wurde der Verletzte umgehend mit einer Wärmeweste und einer Rettungsdecke versorgt, um eine Unterkühlung zu verhindern. Der Patient befand sich zudem in einem sehr steilen und dichten Waldstück, weshalb eine direkte Windenbergung mittels Rettungshubschrauber an dieser Stelle nicht durchgeführt werden konnte.
Nach Rücksprache mit der Leitstelle Tirol und dem Rettungshubschrauber RK2 wurde eine nächtliche Windenbergung versucht.
Als Teamentscheidung seilten wir den Patienten daraufhin zu einer sehr kleinen Lichtung ab da dies die einzige Option für eine Luftrettung war. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse, des leichten Schneefalls sowie einer nahegelegenen Materialseilbahn musste der RK2 den Windenversuch aus Sicherheitsgründen abbrechen.

In weiterer Folge war nur noch eine bodengebundene Bergung nach oben möglich, da das Gelände talwärts noch unwegsamer war. Aufgrund der langen Dauer und des hohen Kraftaufwandes wurde weitere Mitglieder der Ortsstelle nachalarmiert, sodass sich insgesamt 11 Bergretter im Einsatz befanden. 

Zu unserem Glück meldete sich der Rettungshubschrauber RK2 erneut und kündigte einen zweiten Anflug an. Wir machten uns im dichten Wald mittels Blinklicht bemerkbar. Der zweite Windenversuch verlief erfolgreich.
Der Patient wurde anschließend vom RK2 in das BKH Reutte zur weiteren medizinischen Abklärung und Behandlung transportiert. 


Nach der Übergabe stiegen wir wieder zu unseren Fahrzeug auf und rückten anschließend in das Bergrettungsheim ein.
Ein herzlicher Dank gilt dem Team des Rettungshubschraubers RK2 für die Hilfe und Super Zusammenarbeit!